3. Tropfenfotografie Kamera und Co.


Kamera

Viele denken für die Highspeed bzw. Tropfenfotografie benötigt man spezielle Kameras, dem ist jedoch nicht so! Eigentlich kann man jede Kamera einsetzen, die sich über einen Fernauslöser steuern lässt und einen manuellen Fokus besitzt.

Aufgrund des kleinen Abbildungsmaßstab bietet sich der Einsatz eines Makroobjektives an, dieses ist jedoch nicht zwingend erforderlich.Es gibt auch genügend andere Möglichkeiten, um den Abbildungsmassstab zu erreichen (z.B. Nahlinsen, Zwischenring, Balkengerät, etc.)

Ein manueller Fokus ist deshalb wichtig, weil ein Autofokus viel zu viel Zeit benötigen würde um sich Scharf zustellen. Im weiteren, auf was soll der Autofocus auch Scharf stellen? Der gewünschte TaT (Tropfen auf Tropfen) ist max. für ein paar Millisekunden sichtbar. Das ist viel zu wenig Zeit für den Autofocus! Für eine gute Abbildungsleistung (Schärfe) ist es sinnvoll das die Kamera bzw. das Objektiv eine Blende von 16 oder höher hat. Die hier aufgeführten Punkte werden eigentlich so gut wie von jeder Spiegelreflexkamera heutzutage unterstützt, es kommt hierbei mehr auf die eingesetzte Optik an!

 

Blitze

Um die schnelle Bewegung der Tropfen einfangen zu können sind entgegen der allgemeinen Annahme keine sehr kurzen Belichtungszeiten notwendig. Das einfrieren der Bewegung erfolgt durch das Blitzlicht! Für das einfrieren der Bewegung ist also nicht die Belichtungszeit der Kamera, sondern die Abbrennzeit der Blitze entscheidend.

Aus diesem Grunde benutze ich für die Tropfenfotografie auch keine Studioblitze (längere Abbrennzeit) , sondern greife auf normale Systemblitze zurück (z.B. Yongnou YN-560 Mark III). Die Systemblitze haben eine sehr kurze Abbrennzeit (bis zu 1/20.000 Sekunde). Diese Abbrennzeit ist jedoch stark von der eingestellten Leistungsstufe abhängig.

Um hier eine kurze Abbrennzeit sicherzustellen, benutze ich die Systemblitze nur im Teillastbereich von ca. 1/128 bis 1/64 Leistung. Hierdurch ist sichergestellt, dass die Abbrennzeiten kurz genug bleiben. Da die abgegebene Lichtmenge bei diesen Einstellungen oft nicht ausreichen (gerade bei einer Blende 16 oder höher), verwende ich mehrere Systemblitze. Genaueres hierzu findet ihr im weiteren Blog, wo es dann um die Lichtsetzung bei der Tropfenfotografie geht

Ich löse die Blitze übrigens mit meinem einfachen Funksystem (Yongnuo YN560-TX – siehe Bild oben) aus. Hier kann man natürlich auch ein einfaches Sync-Kabel oder die „Blitzzelle“ benutzen. Der Funkauslöser ist jedoch einfach etwas und komfortabler.

 

Controller

Das Herzstück meiner Tropfenanlage stellt der Controller da. Dieser steuert zum einen die Magnetventile (Tropfen) und zum anderen die Kameraauslösung bzw. Blitze. Ich habe meinen Controller selbst gebaut. Es handelt sich hierbei um ein Arduino-Board, welches vom PC aus angesteuert wird. Zur Steuerung setze ich die Software Droplet (von Stefan Brenner) ein. Solche Controller Lösungen gibt es natürlich auch fertig zu kaufen, aber nicht zu dem Preis :-).

Mehr Hierzu im nächsten Kapitel „Controller für die Tropfenfotografie

 

Magnetventile

Für die genaue Dosierung der Wasser bzw. Tropfenmenge, kommen Magnetventile zum Einsatz. Diese Magnetventile werden über den Controller – Millisekunden genau – angesteuert. Über die Öffnungszeit der Ventile wird zum Beispiel die Stärke der Tropfen gesteuert. Um eine Kollision (TaT – Tropfen auf Tropfen) zu erzeugen, ist darüber hinaus die Millisekunden genaue Steuerung der Zeitabstände zwischen den Tropfen entscheidend. Auch dieser Wert wird durch den Controller gesteuert.

Bei den Ventilen handelt es sich um normale 12 V DC Ventile, wie sie zum Beispiel im Automobilbereich verwendet werden. Wichtig bei den Magnetventilen ist noch der Durchmesser und Durchlass. Hier setze ich 6 mm Versionen (Aussendurchmesser) ein. Diese haben einen Innendurchmesser von 2mm.

 

1. Tropfenfotografie – bevor es los geht!

2. allgemeine Informationen zur Tropfenfotografie

3. Kamera und Co. Tropfenfotografie

4. Controller für die Tropfenfotografie

4.1 Software für die Tropfenfotografie

4.2 Platine für den Tropfencontroller

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